Die fünf US-Bundesstaaten ohne Sales Tax

Die fünf US-Bundesstaaten ohne nationale Mehrwertsteuer



Beinahe jeder Bundesstaat der USA erhebt Umsatz- bzw. Mehrwertsteuer. Dabei schwanken die Steuersätze zwischen 2,9 % in Colorado und 7,5 % in Kalifornien. Darüber hinaus haben in vielen Staaten die Bezirke, Städte und Gemeinden die Möglichkeit, zusätzliche Steuern auf die Bundessteuer aufzuschlagen. Es gibt allerdings – gut für uns Konsumenten – einige Ausnahmen.
Staaten, die keine Mehrwertsteuer erheben.
Nur fünf Staaten erheben keinerlei Mehrwertsteuer:

  • Alaska
  • Delaware
  • Montana
  • New Hampshire
  • Oregon



Die Liste ist aber ein wenig irreführend. Denn obwohl der Bundesstaat Alaska keine Mehrwertsteuer erhebt, werden regional Steuern zwischen einem und sieben Prozent fällig. Damit liegt die durchschnittliche Mehrwertsteuer in Alaska bei 1,75 %. Nicht sehr hoch, aber eben auch nicht Null. Auch Montana erlaubt diese Form der lokalen Besteuerung.
Der Bundesstaat Delaware erhebt keine Mehrwertsteuer, belegt aber Unternehmen mit einer Steuer auf die Bruttoeinnahmen, d.h. auf die im Staat erzielten Umsätze aus dem Angebot von Waren und Dienstleistungen. Diese Steuer liegt zwischen 0,1006 und 0,7543 %. Sie wird zwar technisch gesehen nicht dem Endkonsumenten aufgebürdet, der preissteigernde Effekt auf Waren und Dienstleistungen ist aber durchaus spürbar.


Staaten mit niedriger Mehrwertsteuer



Betrachten wir nun die Staaten, die eine Mehrwertsteuer erheben. Am unteren Ende liegt Colorado mit nur 2,9 %. Weitere 12 Bundesstaaten erheben maximal fünf Prozent, darunter sind fünf, deren Steuersatz bei nur vier Prozent liegt.
Hier eine alphabetische Übersicht:

  • Alabama (4 %)
  • Colorado (2,9 %)
  • Georgia (4 %)
  • Hawaii (4 %)
  • Louisiana (5 %)
  • Missouri (4,225 %)
  • New York (4 %)
  • North Carolina (4.75 %)
  • North Dakota (5 %)
  • Oklahoma (4,5 %)
  • South Dakota (4,5 %)
  • Wisconsin (5 %)
  • Wyoming (4 %)



Einschränkend muss man aber sagen, dass lokale Aufschläge diese Steuersätze noch erhöhen können.


Bundesstaaten, die nationale und lokale Steuern erheben



Nur wenige Bundesstaaten verbieten auf Ebene der Bezirke, Städte und Gemeinden einen lokalen Aufschlag auf die Mehrwertsteuer:

  • Delaware
  • Indiana
  • Kentucky
  • Maine
  • Maryland
  • Massachusetts
  • Michigan
  • Montana
  • Hampshire
  • New Jersey
  • Oregon
  • Rhode Island
  • District of Columbia



Dagegen erheben Stand 2017 insgesamt 38 Bundesstaaten sowohl auf nationaler, als auch auf lokaler Ebene Steuern.
Betrachtet man diese Bundesstaaten genauer, so stehen Louisiana, Tennessee, Alabama, Arkansas und Washington an der Spitze. Hier liegen die Steuersätze Stand 2017 zwischen 8,92 % in Washington und 9,98 % in Louisiana
Am unteren Ende finden sich Hawaii, Wisconsin und Wyoming: 4,35 % in Hawaii, 5,4 % in Wyoming und 5,42 % in Wisconsin. 
Logisch, dass sich daher Startups in Grenznähe zu diesen und denjenigen Bundesstaaten, die überhaupt keine Umsatzsteuer erheben, ansiedeln. Sie tun das, indem Sie auf der „richtigen Seite“ der Grenze Grund und Boden erwerben oder ihre Geschäftstätigkeit dort auf andere Weise aufnehmen.

Natürlich versuchen Unternehmen und Konsumenten die Zahlung von Umsatz- bzw. Mehrwertsteuer soweit wie möglich zu umgehen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass Bewohner von New Jersey die Staatsgrenze überqueren und ihre Einkäufe in Delaware tätigen. Denn trotz der Steuer auf die Bruttoumsätze kommen sie so letztlich günstiger davon.
Der Bundesstaat New Jersey hat seinerseits auf dieses Verhalten reagiert und Salem County, einen Bezirk, der genau an der Staatsgrenze liegt, von der im Bundesstaat eigentlich geltenden Mehrwertsteuer ausgenommen. New Jersey verzichtet allerdings nicht vollständig auf die Mehrwertsteuer, sondern hat sie auf 3,4375 % halbiert, um Konsumenten zum Einkaufen vor Ort zu animieren.
Genauso flüchten viele Einwohner Chicagos über die Stadtgrenze, wenn es zum Shopping geht. Denn sie bezahlen innerhalb Chicagos 16,5 % Mehrwertsteuer, die sich aus 10,25 % lokaler und 6,25 % nationaler Steuer zusammensetzt.

Letztlich verbleiben somit nur Montana, New Hampshire und Oregon als Bundesstaaten, die den Konsumenten wirklich weder durch eine direkte noch eine indirekte Mehrwertsteuer auf den Kauf von Waren und Dienstleistungen belasten.


Ausnahmen bei der Mehrwertsteuer auf Ebene der Bundesstaaten



1. Nahrungsmittel
Viele Bundesstaaten nehmen Nahrungsmittel von der Besteuerung aus. Aber auch hier gibt es Ausnahmen: 

  • Alabama
  • Hawaii
  • Idaho
  • Kansas
  • Mississippi
  • Oklahoma
  • South Dakota


Hier gilt auch auf Nahrungsmittel der volle Mehrwertsteuersatz.

Weiterhin gibt es einige Staaten, die auf Nahrungsmittel eine reduzierte Mehrwertsteuer erheben. Dazu zählen:

  • Arkansas (1,5 %)
  • Illinois (1 %)
  • Missouri (1,225 %)
  • Tennessee (5 %)
  • Utah (3 %)
  • Virginia (2,5 %)



Last not least existieren noch Bundesstaaten, in denen Nahrungsmittel zwar von der nationalen Mehrwertsteuer befreit sind, aber lokal besteuert werden. Hierzu zählen Georgia, Louisiana, North Carolina und Tennessee. 

2. Medikamente
Sämtliche Bundesstaaten erheben keine lokale oder nationale Mehrwertsteuer auf verschreibungspflichtige Medikamente. Die einzige Ausnahme bildet Illinois: hier wird eine einprozentige Steuer fällig. 
Eine Handvoll Bundesstaaten nimmt auch nicht verschreibungspflichtige Medikamente von der Mehrwertsteuer aus. Dazu gehören:

  • Connecticut
  • District of Columbia
  • Florida
  • Maryland
  • Minnesota
  • New Jersey
  • New York
  • Pennsylvania
  • Texas
  • Vermont
  • Virginia



3. Bekleidung
In einigen Bundesstaaten, vor allem im Nordosten der USA, ist Bekleidung von der Mehrwertsteuer befreit:

  • Massachusetts
  • Minnesota
  • New Jersey
  • New York
  • Pennsylvania
  • Rhode Island